In den heutigen Zeiten der Handys und der Verstädterung ist die Gefahr gross, dass die Jugend das Gefühl für die Erde und die Natur verliert. Es ist deshalb wichtig, dass dies in der Schule theoretisch und praktisch vermittelt wird.
Hans Stöckli, ehemaliger Sekundarlehrer in Leibstadt, wurde 1943 in Fislisbach geboren. Der Vater ging mit seinen Kindern in den Wald und zeigte ihnen die Natur, praktisch. Dies schärfte und sensibilisierte seinen Geist. Im Kollegium Appenzell wurde er Primarlehrer, um sich anschliessend an der Uni Lausanne zum Sekundarlehrer weiterzubilden. Zwischendurch lehrte er 2 Jahre in Neuenhof. Dann erfolgte der Einstieg für rund 20 Jahre als Sekundarlehrer in Leibstadt, bevor er die letzten 12 Jahre in Mandach wirkte.
In Leibstadt hat er in Sachen Natur vieles bewirkt, was bei den Schülern nachhaltig wirkte. So studierte er mit den Klassen die Ameisen und hegte auch die Ameisenhaufen. Er versuchte, ihnen die Familien und deren Verbindungen praktisch zu erklären.
Im Herbst wurden Pilze gesammelt und eine Ausstellung vorbereitet. Am Morgen früh um vier Uhr ging man auf eine Exkursion in den Wald, um dem Erwachen und dem Gezwitscher der Vögel zu lauschen. Oder man bestellte im Schulareal einen eigenen Garten, wo die Schüler Gemüse und Pflanzen setzen und ziehen konnten. Und jeder Schüler hat in der Zeit bei Hans Stöckli einen Nistkasten als Basisarbeit gebaut.
Der Höhepunkt war die Idee und Schaffung des Biotops Mösli, welches am Eingang von Schwaderloch (links von Leibstadt her) entstand. Er wurde aufmerksam auf Erdhügel, welche Wasser und Sedimente ausstiessen. Die Fläche war sumpfig und nicht bewirtschaftbar. So entstand die Idee eines Biotops. Nach Einholung von Bewilligungen beim Eigentümer, der Gemeinde und dem Kanton fing die Klasse, mit Schaufeln bewaffnet, an zu graben. Es entstand ein grosser Tümpel mit Ruderalflächen, wo sich alsbald Frösche und Lurche ansiedelten. Der Unterhalt wurde im Laufe der Zeit aber zu gross, und man übergab diese Aufgabe dem Kanton und den Baumaschinen. Denn auch die Natur muss gehegt und gepflegt werden.
Wer also frühzeitig mit der Natur Bekanntschaft macht und sie achtet, der vernichtet sie nicht und vermeidet Abfall und Schottergärten. Wir haben nur die eine Natur, und der müssen wir Sorge tragen. Jeder ist selbst verantwortlich für den Umgang mit der Natur.
