Biene-Hans
Johann Erne wurde am 18. Dezember 1939 als viertes von sechs Kindern (Silvan, Margrit, Rosa, Hans, Josef und Urs) geboren. Die Eltern Oskar und Anna Erne-Rüedi wohnten damals in Kaisten und später in Reuenthal, von wo die Familie in den 1940er-Jahren an die Oberdorfstrasse 130 in Leibstadt umgezogen ist.
Hier im Oberdorf hat später Silvan Erne für seine Familie ein neues Haus gebaut. Biene-Hans oder wie man ihn auch nannte «Biene-Hänsli» ist zusammen mit seiner Mutter Anna und seiner Schwester Rösli an die Oelhofstrasse 204 umgezogen. Dieses Haus hat er dann gemeinsam mit seinem Bruder Josef umgebaut. Ein neuer Hausteil, wo Josef mit Familie wohnte, kam dazu.
Biene-Hans darf sicher als Original bezeichnet werden. Er arbeitete bei der damaligen Firma WEVO in Leibstadt und hat seine Freizeit mit Imkern verbracht. Oft hat man ihn mit Moped und Anhänger zu den Bienenvölkern fahren sehen, die er mit grosser Liebe, viel Engagement und Aufmerksamkeit gehegt und gepflegt hat.
Hans war seit seiner Jugend von Bienen fasziniert. Sein Oberstufenlehrer Johann Pfister, selbst ein Imkerpionier in der damaligen Zeit, schenkte Hans 1958 ein Bienenvolk. Damit legte er den Grundstein für die erfolgreiche Imkerkarriere von Hans. Hans pflegte 50 eigene Bienenvölker und ein gutes Dutzend Völker eines Kollegen. Dies bedeutete viel Arbeit, die Bienenvölker waren auf verschiedene Bienenstationen verteilt. Mit Moped und Anhänger war er unterwegs zu Hundsbel, Brüel, Hintere Brüehhalde, Oberdorf und Wil, um die Bienenhäuser regelmässig zu besuchen und zu bedienen.
Biene-Hans war ein engagierter und versierter Imker, sein Wissen hat er stetig durch Besuche von Kursen und aus Fachliteratur erweitert. Das Auftreten eines Parasiten aus dem asiatischen Raum hat den Imkern der damaligen Zeit erstmals zu schaffen gemacht. Dank guter Pflege und grosser Aufmerksamkeit konnte Hans aber trotzdem gute Erträge erreichen.
Im Winter war Hans im Wald beim Holzen anzutreffen, auch eine grosse Leidenschaft von ihm. Nach seiner Pensionierung war Hans fast ausschliesslich im Wald oder bei seinen Bienen anzutreffen, er war glücklich, seine Zeit in der Natur zu verbringen. Hans war auch ein sehr geselliger Mensch, er war gerne unter Menschen. Später dann, als seine Kräfte nachliessen, machte er täglich einen Spaziergang vom Oelhof ins Ausserdorf, wo er von seiner Schwester Margrit zum Mittagessen erwartet wurde. Wer ihn unterwegs traf, konnte einen Schwatz mit ihm halten. Trotz eingeschränkter Sehkraft blieb Hans ein aufgeschlossener und geselliger Mensch, der sich für das Dorfgeschehen interessierte. Wer weiss, vielleicht erinnert sich der eine oder andere bei einem Spaziergang Richtung Brüehl an Biene-Hans. Das Waldstück wurde nach seinem Tod von der Gemeinde erworben und wird heute von Schule und Kindergarten genutzt.
