Auf den Spuren des weissen Goldes, Das Leibstadter Salzwirtli

Salzregal

Salz war ganz früher kostbarer als Gold. Darum wurde es in bestimmten Ländern auch das weisse Gold genannt. «Salzzehnt», eine vom König erhobene oder verliehene Abgabe auf die Salzgewinnung, wurde später an Landesherren oder genossenschaftliche Zusammenschlüsse vergeben, die damit sehr reich wurden. Als im 19. Jahrhundert die Salzlager erbohrt wurden, haben in der Schweiz die Kantone die Salzregale eingeführt. Inzwischen haben die Kantone das Salzregal im Rahmen eines Konkordates an die Schweizer Salinen abgetreten.

Salzwirtli

In meiner frühesten Jugendzeit konnte man im Laden kein Salz kaufen. Man ging zum Salzwirt. Dieser wurde in Leibstadt ab 1892 per Bahn bedient, z.B. zwischen 10–10:30 Uhr stand der Eisenbahnwagen auf der Bahnstation. Eckert August sen. und danach Eckert August jun. holten in Jutesäcken das kostbare Gut ab mit Kuh oder Pferd und Wagen und lagerten es in Holzkisten, möglichst trocken. Mit einem Holzhammer wurden die groben Stücke verkleinert und verkauft. Dieses Recht wurde den Vorfahren von August Eckert bereits 1875, möglicherweise schon früher, von der Saline Rheinfelden überschrieben. Um 1951 trat sein Sohn das Recht ab und übergab es den vorhandenen 4 Leibstadter Dorfläden.

Der Bauernbetrieb mit ca. 14 ha, 4 Kühe und 8 Rinder übernahm Paul, gründete eine Familie, zog auf einen Betrieb in der Ostschweiz und danach nach Kanada. Hans absolvierte bei Zschokke eine Mechanikerlehre, wanderte nach einigen Jahren vom Welschland nach Australien und wurde danach Manager einer amerikanischen Ölfirma in Bangkok. Dort heiratete er eine Thailänderin und starb 2005. Peter lernte das Handwerk bei der Stuhl- und Tischfabrik in Würenlingen, arbeitete als Zimmermann bei der Zimmerei Vögele Josef und verbrachte die letzten 28 Jahre Berufsleben im Unterhalt des KKL. Er lebt heute glücklich im Salzwirtlihaus der Stiftung Pro Leibstadt.

Liegenschaft

In den frühen Neunzigerjahren wurde das Areal mit den Altliegenschaften durch die Gemeinde Leibstadt gekauft. Es wurde ein Alterswohnheim geplant, gebaut und 1993 fertiggestellt. Danach wurde 1995 das Areal an die Stiftung Pro Leibstadt abgetreten, die seither auch für Vermietung, Verwaltung und Unterhalt zuständig ist. Das alte Wohnhaus wurde in einem 2. Schritt im Jahre 2018 abgerissen und neu gebaut.

Haben Sie noch historische Aufnahmen vom Salzwirtli in Leibstadt? Für unsere Sammlung und zur Bewahrung der Erinnerung suchen wir Bilder, Fotos und Skizzen vom alten Salzwirtli und deren Bewohner. Bitte melden Sie sich bei Werner Hediger, kultur@leibstadt.net oder 079 781 77 78.

Selbstverständlich dürfen Sie Ihre Bilder behalten, wir würden diese nur für unser Archiv unversehrt digitalisieren.